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1923-1938
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Verlorener 1. Weltkrieg, 9 Mill.Tote; Matrosenaufstand, Inflation,
Unruhen, Versailler Verträge, Weimarer Republik,
Weltwirtschaftskrise, ab 30.01.1933
NS-Diktatur, Progrome, KZs
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In Deutschland begann die Ausstrahlung
eines regelmäßigen
Rundfunkprogramms am 29. Oktober 1923 um 20 Uhr aus dem VOX-Haus in
Berlin.
Die Sendungen dauerten zunächst etwa eine Stunde und beinhalteten
neben aktueller Nachrichten auch Gesangs- und Textbeiträge aller
Art.
Die ersten Empfangsgeräte - für einen überschaubaren
Kreis von Radio-Amateuren - waren Detektor-Empfänger.
Die Hersteller solcher Geräte schossen in den ersten 2 bis 3
Jahren wie Pilze aus dem Boden.
Ab 1924 waren bereits röhrenbestückte Apparate - für
eine zahlungskräftige Clientel - verfügbar. Wir erinnern uns:
nach dem verlorenen 1. Weltkrieg und der folgenden Inflation war erst
im Frühjahr 1924 mit der Einführung der Goldmark eine gewisse
Beruhigung eingetreten.
Der nebenstehende Rundfunkempfänger OE333 von LOEWE (das Bild
zeigt einen Nachbau) wurde mit einer Dreifachröhre ausgestattet
(die erste integrierte Schaltung) und war ab 1927 erhältlich. Etwa
ein Jahr später gab es auch eine Version mit einem
Bakelitgehäuse.
1928 wurde z.B. der E52 von MENDE
in einem Truhengehäuse gefertigt.
Diese ersten Radios wurden mit Batterien (Anodenspannung und Heizung)
betrieben; erst
ab ca. 1929 wurden die ersten Geräte für Netzspannung
(Gleich- oder Wechselspannung) angeboten, wie z.B. der E82W von Signalbau HUTH.
Eine weitere Besonderheit: der Lautsprecher - sofern das Gerät die
Wiedergabelautstärke erlaubte - wurde erst ab ca. 1931 in das
Gehäuse integriert!
Ab 1933 wurde zwecks umfassender Nachrichtenversorgung (Propaganda des
Regimes!)
die Produktion von sog. Volksempfängern
angekurbelt; verschiedene Versionen in vier Gehäusevarianten
wurden von 1933 bis Ende 1944 in Millionenauflage - als
Gemeinschaftserzeugnis vieler Rundfunk-Produzenten und Werkstätten
- zusammengebaut.
Diese Radios waren alles sog. Einkreiser, d.h. ein
Abstimmkreis (=Spule und Drehkondensator) plus Verstärkung und
Rückkopplung.
Der erste Super (Superheterodyn-Prinzip:
Überlagerungsempfänger)
war ab etwa 1936 im Angebot; wegen des höheren Aufwands - und
Preises - war der Erwerb ebenfalls nur besser Betuchten möglich.
Zur Olympiade 1936 in Berlin waren die ersten deutschen Fernsehkameras
- mit wenigen Exemplaren von geeigneten Empfangs- und
Wiedergabegeräten (=Fernsehempfänger, z.B. Telefunken E1-
Einheits- Fernsehempfänger) im Einsatz.
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1939-1945
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2. Weltkrieg, weltweit ca. 60 Mill. Tote - verbrannte Erde, Schutt und
Asche -, Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki.
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Ab 1939 wurde der Deutsche
Kleinempfänger auch als Batterieversion
mit drei Röhren produziert, wohl hauptsächlich als
Truppenbetreuungsempfänger (Bild rechts).
Ab 1940 wurden qualitativ höherwertige Radios fast nur noch zu
Exportzwecken (Devisenbeschaffung für die immensen
Rüstungsausgaben)
gefertigt. Im gleichen Jahr begann die
Produktion von Geräten mit den neuen Batterie-Stahlröhren
für den Export und als Truppenbetreuungsempfänger. Dieses
waren jeweils individuelle Entwicklungen - kein Gemeinschaftserzeugnis
-, obwohl die Röhrenbestückung nur zwei Varianten
zuließ:
DCH11-DF11-DAF11-DL11
oder
DCH11-DF11-DAF11-DC11-DDD11
Ein Beispiel für die Variante 1 ist der Braun
BSK441 Piccolo; die Luftwaffenversion war der Koffer ER3.
Bis zum Frühjahr 1945 wurden dann vor allem noch - sofern die
Fertigungsstätten nicht zerbombt waren - Röhren für
Reparaturzwecke bzw. einige neue Typen für bestimmte
Militär-Projekte produziert.
Hierzu gehörten die sog. Wehrmachtsröhren;
es handelte sich dabei um insgesamt über 300 verschiedene
Spezialtypen für annähernd 100 verschiedene Fassungen (!).
Aufgrund der gestempelten Fertigungsdaten wurden vor allem auch
Stahlröhren (E- und D-Serie, die harmonischen...) hergestellt. Die
Röhren erhielten zusätzliche Stempel, wie Kriegsmarine,
Wehrmacht oder B.A.L. für die Luftwaffe
(Beschaffungs-Amt für die Luftwaffe).
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1946-1973
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Trümmerfrauen, Schwarzmarkt, Währungsreform, Gründung
der Bundesrepublik,
Konjunktur, Aufschwung, Wohlstand, Lohn-/Preis-Spirale
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Auch nach dem Krieg war an ein normales
Leben nicht mehr zu denken;
viele Städte lagen in Schutt und Asche, Vertriebene und
Überlebende suchten verzweifelt nach einem Dach über dem Kopf
und hatten fast nichts zum Essen. Viele Männer waren entweder im
Krieg gefallen, in Kriegsgefangenschaft geraten oder verstümmelt.
Etwaiges Geld war fast nichts mehr wert, und so blühte der
Schwarzmarkthandel und der Tausch von noch Brauchbarem auf dem Lande
gegen Eier, Speck, ein paar Kartoffeln oder etwas Brot.
Erst nach der Währungsreform am 20. Juni 1948 lief die Produktion
langsam - aber sicher - wieder an, nicht zuletzt auf Betreiben der
Besatzermächte. Die ersten Radios enthielten häufig noch
Wehrmachtsröhren, sowie Stahlröhren aus Restbeständen.
Es war die Chance für neue Firmen wie Metz (hier: Metz Baby), Grundig oder Akkord. Firmen
aus dem sowjetisch besetzten Osten fassten im Westteil Fuß, wie
z.B. Mende aus Dresden als NordMende in Bremen.
Bei den Heimradios setzte sich in den nächsten Jahren die mit
goldfarbenen Leisten, mit goldfarbenen Fäden durchwirkter
Lautsprecherstoff und elfenbeinfarbenen Klaviertasten überladene
Form durch - Volksmund: Gelsenkirchener
Barock - ; der Empfang bzw. der Klang wurde durch diese
Applikationen sicher nicht besser, aber solche Geräte wurden -
warum auch immer - gekauft!
Ab 1956 begann die Firma Braun, mit modernem Outfit - für
einen überschaubaren Markt - Licht in das Einheitsdunkelbraun der
Tonmöbel zu bringen. Heute werden solche Geräte
immer noch gern von Sammlern und Design-Liebhabern genommen.
Durch die Erfindung des Transistors Weihnachten 1947 rollte
eine Welle an, die
1960 ihr Ziel durch die Verfügbarkeit der kompletten
Produktpalette UKW-ZF-NF-Kleinleistung erreichte. Alle wollten nun -
trotz des höheren Preises - ein transistorisiertes
(Koffer-/Taschen-) Radio haben; mit der Welle der Freude - also UKW
- war der Hörgenuss vollkommen!
Beispiel: alle Kofferradiomodelle
und Taschenradios mit Transistoren
der Braun AG.
Auch Modelle mit eingebautem Plattenspieler wurden gern gekauft, wie
z.B. das Metz Babyphon.
Infolge der massiven Importe aus Japan, des damit verbundenen
Preiskampfes und der immer stärker steigenden Löhne
(Lohn-/Preis-Spirale) waren deutsche Produkte nicht mehr
konkurrenzfähig; Ausnahme: hochwertige Geräte, wie z.B. von
Braun. Diese wurden noch bis etwa 1990 produziert und verkauft - und
werden heute noch gesucht. Die anderen Firmen mussten in dem Zeitraum
1970 bis 1973 - oder kurz danach - aufgeben. Nur durch Spezialisierung,
wie z.B. bei LOEWE, konnte ein Überleben gesichert werden.
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1974 - 1990
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Stagnation, erste Einstellungsstopps, große
Koalition,
Flut von Importen aus Fernost, Beginn von
Frühverrentungsprogrammen, Wiedervereinigung
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Der Trend zu Kompaktanlagen, also
Kombinationen mit Empfangsteil,
Verstärker, Plattenspieler und Cassettendeck, stieg an. Kaum eine
der noch existierenden Firmen hatte nicht solche Modelle im Angebot.
Leider war die Qualität (Gehäuse und / oder Technik) dieser
Anlagen nicht immer das, was der Hörer sich wünschte. Aber es
musste ja auch bezahlbar bleiben... und wenn eine Komponente versagte,
war die gesamte Anlage nichts mehr wert. Einen Blickfang stellten
Wandanlagen dar, z.B. mit senkrecht laufendem Tangentialplattenspieler
(s.Bild: Amstrad/Schneider).
Da hatten es die Baustein-Anlagen (auch Stapelware genannt) schon
besser: man konnte sich schrittweise die Kombination aufbauen bzw. im
Falle eines Defekts das betreffende Gerät tauschen. Da tauchte das
nächste Problem auf: in jedem Modelljahr änderten sich die
Maße der Geräte, die Farbe und Formen der Fronten! So war es
nie "eine Einheit", sondern ein Konglomerat
aus verschiedenen Stilen von unterschiedlichen Firmen aus verschiedenen
Modelljahren!
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1991 - 2000
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Firmenschließungen, "Soli", Massenentlassungen,
hohe Arbeitslosigkeit, Hartz-Programme, große Koalition, El
Quaida, Selbstmordanschläge, Irak
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Immer wieder tauchten sogenannte "Fun Radios" auf, also kleine Radios
mit skurilen Gehäusen: Handy (mobile phone), Korallenfisch,
Kleinst-Rollkoffer, 9V-Batterie, CD-Hülle, Cola-Dose u.v.a.m.
Micro-Anlagen mit CD-Player waren der Renner, allerdings mit
zweifelhaften Leistungsangaben des Verstärkerteils; 2 x 200 Watt
aus einem Plastikschächtelchen mit 1 kg Gewicht???
Auch das Design war - vorsichtig ausgedrückt - stark
gewöhnungsbedürftig...
Immer noch verfügbar - und lehrreich (seit ca. 1965): LECTRON
Experimentieren mit magnetischen Bausteinen; hier
ist ein kleiner Ausschnitt aus meiner Sammlung zu sehen.
Meine selbst gebastelten Geräte erscheinen hier
in unregelmäßiger Folge...
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Weitere Geräte und Zubehör zum Thema RADIO sind hier
zu finden...
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